Bergtouren

Großglockner, 3.798 m

Vor 200 Jahren wurde der höchste Berg Österreichs (3.798 m) zum ersten Mal bestiegen. Seit dem hat er an Faszination für Bergsteiger nichts verloren.

Glocknerbesteigung

Von Kalser Seite gibt es zwei Hauptanstiege auf den Glockner. Beide beginnen mit einem Aufstieg von ca. 2,5 Stunden vom Alpengasthof Lucknerhaus (1.920 m) zur Lucknerhütte (2.241 m) und weiter zur Stüdlhütte (2.802 m). Die Stüdlhütte ist auch meist der Treffpunkt mit dem Bergführer.

Der Normalanstieg erfolgt über das Ködnitzkees zur Erzherzog Johann Hütte (3.454 m – ca. 2,5 Std.), wo meist genächtigt wird. Nach (hoffentlich) gut durchschlafener Nacht steigt man am nächsten Morgen nach oder noch vor dem Frühstück in ca. 1,5 Stunden zum Gipfel des Großglockners empor. Hat man den Gipfelrundblick ausgiebig genossen, geht’s an den Abstieg, der entlang der Aufstiegsroute erfolgt. Zwischen 12.00 und 13.00 Uhr ist man wieder bei der Stüdlhütte, gegen 14.00 bis 15.30 wieder am Parkplatz beim Lucknerhaus, wo man auf der Terrasse mit einem Blick zurück, die grandiose Tour revue passieren lassen kann.

Die Aufstiegsvariante über den Stüdlgrat führt von der Stüdlhütte am frühen Morgen ca. 1,5 Stunden über die Schere und das Teischnitzkees zum Einstieg in den Stüdlgrat. Die Kletterschwierigkeiten sind im unteren Teil im I und II Grad, im oberen Teil hauptsächlich im III. Grad, mit einigen Stellen III+. Bei guten Verhältnissen kann man von der Hütte bis zum Gipfel ca. 4h Geh- und Kletterzeit rechnen. Bei schwierigen Verhältnissen entsprechend länger. Der Abstieg erfolgt entlang des Normalweges zu erst zur Adlersruhe und dann ins Tal.

Der Glockner zum Genießen
Der Glockner läßt sich auch ganz entspannt genießen. Die Kalser Glocknerstraße (nicht zu verwechseln mit der Großglocknerhochalpenstraße in Kärnten) führt von Kals ins Ködnitztal bis zum Lucknerhaus. Von dort bietet sich der schönste Anblick zum Großglockner, dem höchsten Berg Österreichs (3.798 m). Dort startet auch der ungewöhnliche Erlebnispfad Glocknerspur – Berge denken, der in 1 bis 2 Stunden vielfältige Einblicke in die kleinen und großen Naturwunder dieses Berges gibt.

 

Großvenediger, 3.662 m

Der stark vergletscherte Großvenediger ist der höchste Gipfel der Venedigergruppe und der vierthöchste Berg Österreichs.

Großvenediger Osttirol

Er hat eine Höhe von 3.662 und liegt an der Grenze von Osttirol zu Salzburg.

Erst 40 Jahre nach der Erstbesteigung des Großglockners erfolgte jene des Großvenedigers. Am 03.09.1841 machten sich 40 Männer unter der Führung von Josef Schwab zum Gipfel des Großvenedigers auf. Der Aufstieg verlief jedoch nicht ohne Komplikationen ab. Am Gletscher mussten sich die Männer mit Öl und Schießpulver gegen den Sonnenbrand schützen und konnten lediglich mit Steigeisen gerüstet das Eis betreten. Viele blieben aufgrund von eintretender Müdigkeit im Schnee des Gletschers sitzen. Letztendlich erreichten nur 26 der 40 Männer den Gipfel.

Ausgehend von Hinterbichl führt der sanft ansteigende Alm-Fahrweg ins Dorfertal zur Johannishütte (2.116 m). Will man sich diesen Anstieg erleichtern, kann man auch den Taxizubringer nehmen.

Ein gut markierter Bergwanderweg führt uns weiter zum Defreggenhaus (2.964 m). Immer deutlicher sehen wir den Firn, der weit hinab reichenden Vergletscherung. Hinter dem Mullwitzaderl (3.798 m) beginnt der Anstieg auf den Gletscher. Steigeisen, Kletter-Seil und eventuell ein gebuchter Bergführer geben uns zusätzliche Sicherheit. Über das Rainer Törl kommen wir schließlich zum vereisten Gipfel des Großvenedigers auf 3.666 m Seehöhe.
Hier eröffnet sich uns zur Belohnung für die Mühen ein wundervoller Rundblick über den Nationalpark Hohe Tauern mit den ihn umgebenden Bergen Dolomiten, Dachstein und vielen anderen.

Eckdaten
Schwierigkeit: Bergführer ist empfehlenswert
Ausrüstung: Steigeisen, Kletter-Seil, Alpine Bergausrüstung
Wegbeschaffenheit: Gletscher
Besonderheiten: Defreggenhaus, Großvenedigergipfel mit wundervollem Rundblick.